Was steckt hinter der Börsenweisheit „Sell in May and go away“ ? Unter Börsianern heißt es gern, Gewinne im Mai zu realisieren und das Geld sicher anzulegen. Doch lohnt es sich auf die alte Börsenregel zu vertrauen?
Der DAX konnte seit Oktober letzten Jahres knapp 11% zulegen und zeigt sich auch im Jahre 2010 bisher freundlich. Auf ein komplettes Jahr gesehen konnte der DAX stattliche 30% an Wert zulegen. Gegen Ende April kam der Markt nun etwas ins Rutschen und verlor binnen einer Woche über 3%. Viele Anleger kommen nun ins Grübeln, ob sie angesichts der bisher kräftigen Kursgewinne auf die alte Börsenregel: „Sell in May and go away“ hören sollten. Die Börsenweisheit besagt, dass sich die positive Rendite, die meist von Oktober bis April an der Börse erzielt werden kann, während des Sommerhalbjahres von Mai bis September kaum aufbessern lässt. Ganz im Gegenteil. In der Regel verlaufen die Sommermonate tendenziell eher schwach und vor allem im September drohen größere Verluste.
Historisch betrachtet lohnt sich die Umsetzung der Börsenweisheit…
Beim DAX hätte sich die Strategie in den vergangenen 20 Jahren deutlich ausgezahlt. Hätte man zu Beginn der 90er Jahre in den deutschen Leitindex investiert und wäre bis heute ohne Ausstieg im Markt geblieben, hätte rund 440% Rendite erzielt. Wer hingegen in jedem Jahr von Mai bis Oktober sein Geld auf dem Tagesgeldkonto geparkt hätte und anschließend wieder an den Aktienmarkt zurückgekehrt wäre, konnte eine stolze Rendite von knapp 1.000% erzielen.
Das Winterhalbjahr verläuft statistisch meist erfolgreicher…
Je populärer eine vermeintliche Börsenweisheit ist, desto mehr Anleger orientieren sich daran. Eine gewisse Eigendynamik entsteht und die Weisheit erfüllt sich letztendlich selbst. Es gibt jedoch auch Gründe, die das markant unterschiedliche Verhalten der Börsenhalbjahre unabhängig von der Marktpsychologie erklären können. In den USA ist am 15. April der Lohnsteuerjahresausgleich von Privatpersonen fällig. Bis Mitte April können US-Bürger Finanzanlagen in ihre persönlichen Sparpläne zur Altersvorsorge schleusen. Diese Anlagen sind steuerabzugsfähig und reduzieren damit das zu versteuernde Gesamteinkommen. Da der Amerikaner traditionell risikoreicher agiert werden hierfür gerne Aktien ausgewählt. In den Sommermonaten hingegen fließt das Geld der potentiellen Anlegern eher in Urlaubsreisen und das Aktienmarktinteresse fällt eher gering aus, dies zeigt sich auch an den relativ schwachen Umsatzzahlen der Börsen in den Sommermonaten.
Ob sich die Regel auch in diesem Jahr bestätigt, ist ungewiss…
Ausnahmen bestätigen ja bekanntlicherweise jede Regel und auch die ‚Sell in May‘ Theorie verläuft nicht jedes Jahr erfolgreich. So startete das Börsenjahr 2009 erst ab Mitte März eine furiose Aufholjagd. Einiges spricht jedoch dafür, dass gerade in diesem Jahr die Börsenregel wieder aufgeht. Die Unternehmensgewinne sind durchweg positiv ausgefallen, die Konjunkturdaten enttäuschten ebenfalls nicht und die Aktienmärkte sind nun über einen langen Zeitraum sehr gut gelaufen.
Lernen Sie ‚short‘ zu gehen…
Anstatt sich im Mai von den Aktienmärkten fernzuhalten und das Geld auf dem Tagesgeldkonto zu sehr niedrigen Renditen anzulegen, haben Sie bei IG Markets ebenfalls die Möglichkeit in Aktien ‚short‘ zu gehen, also an fallenden Kursen Geld zu verdienen. Wie das Partizipieren an fallenden Kursen (das sog. Short Selling) genau funktioniert, erfahren Sie ganz einfach und anschaulich an einem speziellen Handelsbeispiel. Zusätzlich bietet IG Markets einige Hilfsmittel zum Risiko-Management Ihrer Positionen an. Garantierte Stops bieten Ihnen Schutz selbst vor Slippage und werden immer zum gewünschten Level ausgeführt. Neben einem speziellen Film zum Thema Orderarten finden Sie auch in unserem Bereich Marktanalysen wertvolle Informationen möglicher Indikatoren auf den Kursverlauf einer Aktie.
Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um keine Anlageberatung handelt und dass IG Markets keinerlei Haftung übernimmt.
Aktualisiert: 28/04/10 – Patrick Pflüger - Marktanalyst
