[24.10.2011] Risk- und Money-Management – elementar für den langfristigen Trading-Erfolg
Anleger und Trader sind naturgemäß immer auf der Suche nach den lukrativsten Geschäften – ein Vorhaben, das wegen der Vielzahl an Anlageklassen und Basiswerten schon schwer genug ist. Wurde ein vielversprechender Markt gefunden, wird anschließend viel zu schnell vergessen den konkreten Trade auch sinnvoll zu strukturieren. Dabei ist planloses Handeln das gefährlichste, was Anleger tun können. Kein Investor sollte davon ausgehen, dass jeder seiner Trades für ihn laufen wird. Ganz im Gegenteil: Falsche Prognosen und sich daraus ergebende Fehlpositionierungen und Verlust-Trades gehören zum Tagesgeschäft des aktiven Traders.
Wie also soll der Anleger vorgehen, der seinen Trade - nach Auswahl eines Basiswertes - professionell planen und organisieren möchte? Am Anfang steht der Ausstiegskurs: Noch bevor Trader sich für einen Einstieg (Entry Strategie) entscheiden, sollten sie schon im Vorfeld wissen, wo sie im Gewinn-, aber auch im Verlustfall aussteigen wollen (Exit Strategie). In diesem Kontext geht es um die Bestimmung des Gewinnziels (Take Profit) und der Verlustgrenze (Stop Loss). Ohne diese Vorüberlegungen kann es dem Anleger passieren, dass ein Trade so stark in die Verlustzone dreht, dass es für ihn schmerzlich wird – ohne zu wissen, wie er sich dabei verhalten soll. Genauso soll auf diese Weise aber auch vermieden werden, dass ein entsprechender Gewinn mit der Zeit wieder dahin schmilzt, weil der Anleger nicht rechtzeitig verkauft. So ist schon aus großen Kursgewinnen am Ende noch ein herber Verlust geworden. Mit einer klaren Strategie und entsprechendem Risikomanagement können solche Fallen umgangen werden.
Wie man Stopmarken richtig einsetzt
Bei einem lohnenswerten Investment sollte das Gewinnpotenzial mindestens doppelt so hoch sein wie das mögliche Verlustrisiko. Trader sprecher vor diesem Hintergrund vom sogenannten Chance-Risiko-Verhältnis (CRV), das also mindestens 2 zu 1 ausfallen sollte. Dies lässt sich mit dem entsprechenden Platzieren der Stopmarken punktgenau umsetzen. Was genau ist nun beim Festlegen vom Take Profit und beim Stop Loss genau zu beachten? Welche Kurse der Trader für seine Stopmarken wählt, hängt wesentlich von der individuellen Handelsstrategie, technischen Signalen und der persönlichen Risikoneigung ab. Desweiteren sollte der Abstand des Stops zum Einstiegskurs groß genug sein: Sind die Stops zu eng gesetzt, wird der Trader bei der kleinsten Gegenbewegung ausgestoppt und kann nicht mehr an einer weiteren positiven Entwicklung partizipieren. Dies gilt es besonders in Zeiten nervöser Märkte mit dynamischen Kursbewegungen, ständigen Richtungswechseln und hoher Volatilität zu berücksichtigen. Und genau das ist aktuell der Fall.
Wer vor diesem Hintergrund absolut auf der sicheren Seite sein möchte, der nutzt garantierte Stop Orders, die - wie der Name schon sagt – eine Ausführung zum gewählten Stop-Kurs zu 100 Prozent garantieren. Damit sind Anleger sogar vor Worst Case Szenarien wie Overnight Gaps, Fast Market oder Slippage geschützt. Zuletzt genannte Szenarien können dazu führen, das „normale“ Stops wegen Kurslücken oder rasanten Marktbewegungen erst zum nächst-gehandelten Kurs ausgeführt werden können. In der Folge kann ein Verlust auftreten, der höher ausfällt als das Risiko, welches der Anleger vor Eröffnung des Trades eigentlich in Kauf nehmen wollte. Gerade vor der Veröffentlichung marktbewegender Konjunkturdaten, sogenannter Market Mover, sind deswegen garantierte Stops die bestmögliche Absicherung.
September 2011: Overnight Gaps - Deutsche Bank
Wer seine Gewinnchancen nicht begrenzen möchte, der kann den Trailing Stop als Alternative zum Take Profit nutzen. Dieser läuft automatisch und dynamisch mit dem Kurs unter Einhaltung eines vom Händler festgelegten Abstands. Auch hier kann es allerdings passieren, dass Anleger bei größeren Kursschwankungen ausgestoppt werden. Wichtig ist trotzdem das Festhalten an einer einmal gewählten Stop Loss-Marke – andernfalls wäre diese überflüssig. Ein Stopp wird also, wenn überhaupt, nur dann nachgezogen, um das Risiko sukzessive zu reduzieren.
Das Money-Management bestimmt die Höhe des Einsatzes
Zum Risiko- und Money-Management gehört auch die Frage, wie viel Geld ein Anleger pro Trade einsetzen sollte. Gutes Money-Management ist nicht zuletzt deshalb notwendig, weil ein bestimmter Kapitalverlust immer nur durch einen entsprechend höheren Gewinn wieder ausgeglichen werden kann. Um beispielsweise einen Depotverlust von 50 Prozent auszugleichen, wäre beim nächsten Trade bereits eine Performance von 100 Prozent erforderlich. Anleger sollten sich immer über ihr verfügbares Anlagevermögen im Klaren sein und ihr Depot-Guthaben strategisch verwalten. Die Summe, die der Trader für ein Geschäft aufwenden sollte, steht in Abhängigkeit zum Depotguthaben und zur Risikoneigung. Bei erfahrenen CFD Tradern liegt das maximale Risiko, das bei einem Trade in Kauf genommen wird, bei circa 3 Prozent der Depot-Kapitalisierung.
Fazit: Nicht nur die Suche nach den aussichtsreichen Tradinggelegenheiten gehört zum erfolgreichen Anlegen, sondern auch ein diszipliniertes Risk- und Money-Management. Andernfalls werden sich Anleger, die in eher kurzfristigen Anlagehorizonten agieren, auf lange Sicht kaum profitabel an den Kapitalmärkten behaupten können.
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Aktualisert: 24.10.2011 15:45
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