Ölpreis

Die deutschen Autofahrer spüren den stark angestiegenen Ölpreis bereits schmerzhaft an der Tankstelle. Analysten prognostizieren bereits wieder eine Rückkehr in dreistellige Preisregionen. Wir untersuchen nun die Faktoren welche zur letzten Ölpreisrally geführt haben und deren Auswirkungen auf den DAX.

Das Verhältnis zwischen Konjunkturaufschwung und dem Ölpreis ist ausgewogen und reagiert sehr empfindlich auf Veränderungen einer dieser beiden Faktoren.

Wenn sich die Weltwirtschaft aus einer Rezession manövriert neigt der Ölpreis dazu wieder anzusteigen; Große aufstrebende Nationen wie z.B. China und natürlich auch die etablierten Industriestaaten wie die USA werden die Nachfrage nach Öl deutlich steigern, wieder einmal. Die Nachfrage China’s ist beispielsweise um 28% gegenüber der Vorjahresperiode gestiegen.

Auf der anderen Seite ist ein zu stark ansteigender Ölpreis auch belastend für die Märkte. Die Inflationsraten steigen an und die Notenbanken sind daraufhin gezwungen die Leitzinssätze zu erhöhen um die Inflation einzudämmen. Ein höherer Leitzins dämpft hingegen wieder den Wirtschaftsaufschwung und damit die Nachfrage nach Öl.

Wie realistisch sind dreistellinge Ölpreisnotierungen?

Um diese Frage zu beantworten schauen wir uns die historische Entwicklung des Ölpreises an. Nach dem Rekordhoch von 147$ je Barrel im Juli 2008 sind die Preise bis auf 32$ im Dezember des gleichen Jahres gefallen. Ein extrem volatiles Jahr für den Ölpreis. Vergleichen wir diese Situation mit den vergangenen 8 Monaten sehen wir eine relativ enge trading Range. Der Ölpreis bewegte sich lediglich im Rahmen zwischen 70$ und 80$ je Barrel.

Allerdings ist der Ölpreis in der letzten Woche auf 87$ je Barrel ausgebrochen, dem höchsten Stand seit Oktober 2008, dieser Anstieg nährt die Spekulation eines dreistelligen Ölpreises. Die US-Investmentbank Morgan Stanley sieht die 100$ Marke als kurzfristiges Ziel, Goldman Sachs ist noch optimistischer und sieht kurzfristig ein Niveau von 110$ je Barrel.

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Die etwas bearishe Variante ist, dass die Ölpreise wieder zurückkommen werden, da der derzeitige Konjunkturaufschwung derzeit noch nicht sicher als nachhaltig bestätigt wurde. Zum Beispiel belastet die prekäre Haushaltslage Griechenlands deutlich den Euro und zeigt damit das wir uns erst in der frühen Phase eines Aufschwungs befinden. Zu der grundsätzlichen Unsicherheit trägt auch die Tatsache bei, dass die reale Nachfrage nach Öl nicht mit den steigenden Ölpreis übereinstimmt. Die Organisation erdölexportierender Länder, kurz OPEC genannt, gab bekannt das ein Angebotsüberhang von über 6 Million je Barrel pro Tag existiert.

Die Auswirkungen auf die Aktienmärkte

Grundsätzlich belastet ein hoher Ölpreis die Unternehmen, da dies für höhere Produktionskosten sorgt und dadurch der Unternehmensgewinn sinkt. Die Aktienkurse sinken dadurch und auch der Wert der großen Aktienindizes. Schaut man sich den DAX an, so konnte vor kurzem erst ein 18-Monatshoch bei 6.305 Zählern markiert werden. Der Markt könnte nun durchaus anfällig auf teures Öl reagieren.

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Aktualisiert: 16/04/10

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