Krise in Ägypten schiebt Ölpreis an –

 

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Während die Menschen in Ägypten gegen ihre Regierung auf die Straße gehen, tauscht Jordaniens König die Regierung aus. Nun geht an den Rohstoffmärkten die Angst vor einem Dominoeffekt in der Region um. Die Investoren fürchten, dass sich auch die Menschen in den Erdölexportländern Saudi Arabien, Lybien und Algerien gegen ihre Regime erheben. Dadurch könnten massive Engpässe entstehen. Nordafrika und der Nahe Osten haben einen Anteil von über einem Drittel an der weltweiten Ölproduktion.

Im Augenblick preisen die Märkte den schlimmsten Fall bereits ein; der Preis für Rohöl der Sorte Brent kletterte in den vergangenen Tagen das erste Mal seit 28 Monaten über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel. Privatanleger sollten sich allerdings überlegen ob und in welcher Form sie auf einen steigenden Ölpreis setzen wollen, denn Nahost-Experten wie Stephan Roll von der Stiftung Wissenschaft und Politik mahnen zu einer realistischen Einschätzung der Lage. Im Interview mit dem „Handelsblatt“ sagte der Wissenschaftler, dass die Situation in den Ländern der Region zu verschieden sei, als das die „Regime wie Dominosteine umfallen“.

Für den Fall einer tatsächlichen Verknappung sicherte die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) Anfang der Woche bereits eine Erhöhung der Fördermenge zu. Der Organisation gehören auch Staaten außerhalb des Nahen Ostens wie Venezuela und Nigeria an.

Dax chart

Quelle: Handelsplattform PureDeal

Realistischer scheint die Angst vor einer Schließung des Suezkanals. Sollte sein Betrieb eingeschränkt werden, würden die Transportkosten für Rohöl und andere Güter massiv steigen. Im Fall eines Ausfalls des Kanals und der nahen Pipeline Sumed hält OPEC-Generalsekretär El-Badri eine tatsächliche Verknappung des Marktes für wahrscheinlich. Im Augenblick läuft der Betrieb unter dem Schutz des Militärs uneingeschränkt weiter.

Obwohl politische Stabilität in Nahost ein entscheidender Faktor für den Rohölpreis ist, sollten Anleger andere Faktoren beim eingehen einer Position nicht außer Acht lassen. In der vergangenen Woche sind die US-Lagerbestände an Rohöl und veredelten Produkten wie Benzin erneut gestiegen. Wie das American Petroleum Institute mitteilte, stiegen die Bestände an Rohöl in der vergangenen Woche um 3,8 Mio Barrel und die an Benzin um 3,9 Mio Barrel. Sollten die steigenden US-Vorräte wieder ins Blickfeld der Future-Märkte geraten, würde der Preis Druck bekommen. Den gleichen Effekt hätte eine von den Märkten befürchtete Anhebung des Leitzinses in der Volksrepublik China.

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Aktualisiert: André Saenger, 02/02/11

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