Indikatoren und Oszillatoren

 

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Indikatoren und Oszillatoren dienen vor allem der Identifikation von Überkauft- und Überverkauft-Situationen sowie der Feststellung von Trendaufnahme und Trendstärke eines Marktes. Dazu im weiteren Verlauf einige Beispiele:

Gleitender Durchschnitt (Moving Average, MA)

Unter Moving Average versteht man den preislichen Durchschnitt der Kurse über eine frei wählbare Zeitperiode und dient zur Glättung der Kursentwicklung.

Über den Moving Average erhält man Erkenntnis über

  • die allgemeine Trendrichtung anhand der Neigung eines langfristigen GDs (aufwärts, abwärts oder seitwärts)
  • potentielle Unterstützungs- und Widerstandszonen
  • explizite Handelssignal (durch Kreuzung der Kurse mit GDs u./o. der GDs untereinander)

Die Berechnungsarten zur Ermittlung von GD-Werten lauten wie folgt:

  • Grundvariante: Einfacher GD (Simple Moving Average, SMA). Der SMA bildet ein einfaches arithmetisches Mittel mehrerer Kurse einer Zeitreihe (Addition der Schlusskurse eines Beobachtungszeitraums und Division durch deren Anzahl)
  • Exponentieller GD (EMA). Der EMA wird ähnlich wie der SMA berechnet, misst der jüngeren Kursentwicklung eine stärkere Bedeutung bei
  • Gewichteter GD (Weighted Moving Average, WMA). Der WMA misst der jüngsten Kursentwicklung eine noch stärkere Gewichtung zu
Gleitender durchschnitt.gif

Beispiel: Anwendung bei Tagescharts (mittel- bis langfristiger Handel)

  • 200 Tage GD für langfristige Kursbewegungen
  • 50 Tage GD für mittelfristige Trends
  • 20 Tage GD für kurzfristige Trends

Beispiel: Anwendung bei 15 Minuten-Charts (kurzfristiger Handel)

  • 21er GD
  • 13er GD
  • 21er GD.

Handelssignale
Kreuzungen der GDs untereinander werden als charttechnische Handelssignale interpretiert:

  • Kaufsignal: kurzfristiger GD schneidet den mittel- u./o. langfristigen GD von unten nach oben
  • Verkaufssignal: kurzfristiger GD schneidet den mittel- u.o. langfristigen GD von oben nach unten

Je nach Marktlage und Volatilität eignet sich jede Einstellung mehr oder weniger gut oder schlecht. Es existiert keine magische Zahlen-Kombination.

MACD (Moving Average Convergence / Divergence)

Die Kombination aus drei EMAs wird in zwei Linien ausgedrückt, der MACD- und der Signallinie.

  • MACD-Linie = absolute Differenz zwischen EMA 12 und EMA 26
  • Signallinie = EMA 9

Handelssignale
Kreuzungen von MACD-Linie und Signallinie untereinander werden als Handelssignale interpretiert.

  • Kaufsignal: Signallinie schneidet MACD-Linie von unten nach oben
  • Verkaufssignal: Signallinie schneidet MACD-Linie von oben nach unten

Zusätzlich sollte der Trend des Indikators mit dem Kurstrend übereinstimmen, da es sich sonst um eine divergierende Entwicklung handelt. Die verwendeten Durchschnitte sind kurzfristiger Natur, somit auch die Gültigkeit der Handelssignale.

MACD.gif

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CCI (Commodity Channel Index)

Der CCI lokalisiert bestimmte zyklische Entwicklungen, indem die Differenz der Kurse zu ihren GDs berechnet wird.

  • Oszillation des CCIs um eine Nulllinie

Handelssignale

  • Werte zwischen +100 und -100: Trendneutralität = kein Handelssignal
  • Kaufsignal: Indikator schneidet -100-Linie von unten nach oben
  • Verkaufssignal: Indikator schneidet +100-Linie von oben nach unten

Kontrollsystem für Fehlsignale

  • Glattstellung: Indikator schneidet +100-Linie von unten nach oben
  • Glattstellung: Indikator schneidet -100-Linie von oben nach unten

Wichtig: Stets die Trend-Bestätigung durch die Kurse selbst abwarten und nur in Richtung des übergeordneten Trends agieren.

RSI (Relative Strength/Stärke Index)

Der Momentum-Oszillator RSI versucht die Stärke der Kursbewegung eines Finanzinstruments aufzuzeigen. Er berechnet das Verhältnis der Schlusskurse zueinander. Dieses Verhältnis kann zwischen 0 und 100 schwanken.

Handelssignale

  • Überkauft: 70 - 100
  • Überverkauft: 0 - 30

Sobald der RSI wieder in den Normalbereich zurückkehrt, stellt dies ein Handelssignal dar.

Wichtig: Nicht isoliert nutzen, sondern in Ergänzung mit anderen Indikatoren.

RSI.gif

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Stochastik Momentum Index

Der Stochastik Momentum Index indiziert die Relation des aktuellen Schlusskurses zur Kurshistorie bzw. zu den absoluten Hoch- bzw. Tiefpunkten im Chart.

Dieser Indikator basiert auf dem Phänomen, dass bei Kursrückgängen Schlusskurse nahe dem Tagestief bzw. bei Kursanstiegen nahe dem Hoch der entsprechenden Handelsspanne liegen.

Der SMI liefert Handelssignale in volatilen und wellenförmigen Seitwärtsphasen.

Double Smoothed Stochastik

Handelssignale

  • Überkauft: 80 - 100
  • Überverkauft: 0 - 20

Die Signale werden ähnlich dem RSI generiert. Durch den Ein- oder Austritt aus den Extremzonen entstehen entsprechende Handelssignale.

Double-Smoothed-Stochastik.gif

Bollinger Bänder (BBD)

Bollinger Bänder werden auf Basis eines einfachen GDs und einer doppelten Standardabweichung (Bänder) berechnet. Die Distanz bzw. Abweichung der Bänder hängt von der Volatilität des Marktes ab.

  • Weite Bänder = Hohe Kursfluktuationy
  • Enge Bänder = Ruhiger Markt (normales Preisverhalten)

Handelssignale
Die Bänder stellen starke Unterstützungs- bzw. Widerstandslinien dar. Wenn der Kurs eines dieser beiden Bänder mehrmals hintereinander berührt oder über- bzw. unterschreitet, erwartet die Charttechnik eine Fortsetzung des Trends in Ausbruchsrichtung.

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Volumenanalyse

Neben den Faktoren Preis und Zeit gibt es noch einen weiteren großen Einfluss auf das künftige Verhalten der Kurse: das Volumen (bzw. Umsatz oder Börsenumsatz).

Volumen = Anzahl der getätigten Geschäfte bzw. wie viele Finanzinstrumente (z.B. pro Tag) im angezeigten Zeitraum den Besitzer gewechselt haben

Ein Balkendiagramm stellt die Volumenentwicklung graphisch dar, in dem es die Zu- und Abnahme der Handelsaktivitäten in Relation zu zeitnahen Handelstagen aufzeigt.

Trendbestätigungssignal: Volumen entwickelt sich mit dem Trend. Das Volumen wird benutzt, um Divergenzen im Chart zu identifizieren. Eine Volumen-Divergenz ist ein Szenario, in dem das Volumen die Kursbewegung nicht unterstützt, sondern ihr widerspricht.

Volumenanalyse.gif

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