Eine außerplanmäßige Index-Veränderung steht im DAX-Index an. Der DAX steht vor einem sogenannten ‚Fast-Entry‘. Die Aktie des Baustoffskonzern HeidelbergCement steigt in die 1. Deutsche Börsenliga auf und ersetzt die Aktie von Salzgitter ab dem 21. Juni 2010.
Die Aufnahmekriterien
Die Zugehörigkeit zu einem Aktienindex wie dem Dax bezieht sich grundsätzlich auf zwei Kriterien, die ein DAX-Kanditat erfüllen muss. Der Marktkapitalisierung der im Umlauf befindlichen Aktien (Free Float) und dem Handelsumsatz. Dabei gilt die 35/35-Regel. Bei beiden Kritierien muss das Unternehmen zu den 35 größten börsennotierten Aktiengesellschaften in Deutschland gehören. Vom Unternehmen selbst gehaltene Aktien zählen dabei ebenso wie Anteile von Großaktionären, die mehr als 5 % der Papiere eines Konzerns besitzen, nicht in den frei handelbaren Streubesitz. Die Marktkapitalisierung nach Free Float wird über den volumengewichteten Aktienkurs der letzten 20 Tage ermittelt.
Fast-Entry
In der Regel wird lediglich einmal im Jahr über die Zusammensetzung des deutschen Leitindex diskutiert, dies geschieht jeweils im August. Das es jetzt bereits im Juni zum Wechsel kommt, dafür sorgt die sogenannte Fast-Entry-Regel, die folgendes besagt: Gehört ein Unternehmen bei der Marktkapitalisierung und beim Börsenumsatz zu den 25 Größten, folgt die Aufnahme in den Dax. Den Platz räumen muss dann der Wert mit der geringsten Marktkapitalisierung.
Indexfonds pushen die Kurse
Kursaufschläge bei DAX-Neulingen sind vorprogrammiert, dies liegt vorallem an Indexfonds und anderen Anlageprodukten die den DAX abbilden. Fondsmanager sind ‚gezwungen‘ Papiere des aufgestiegenen Unternehmens zu kaufen, die Nachfrage steigt. Der Kurs von HeidelbergCement ist bereits innerhalb der letzten Woche um knapp 10% gestiegen und dies in dem relativ schwachen Gesamtmarktumfeld. Die allgemeine Analysteneinschätzung zu den Titeln von HeidelbergCement ist durchweg positiv, weitere Kurssteigerungen sind wahrscheinlich. Ob die Aktie von HeidelbergCement nun aber direkt weiter steigen kann, oder Anschlusskäufe ausbleiben wird sich zeigen.
Portrait von HeidelbergCement
Nun gehört der zur Mercke-Gruppe gehörende Baustoffkonzern zum ‚ Who is who‘ der deutschen Börsenelite. Der Aufstieg ist für HeidelbergCement der Lohn für die harte Arbeit der letzten Monate. Vor einem Jahr wurde der britische Konkurrent ‚Hanson‘ für 14 Milliarden Euro übernommen, kurz darauf bekam der Baustoffkonzern die volle Härte der Weltwirtschaftskrise zu spüren und geriet in eine finanzielle Schieflage. Die daraufhin folgende Milliarden-Kapitalerhöhung machte dann aber den Weg für positivere Zeiten frei. Nach einem Umsatzeinbruch von 22% im Jahre 2009 gab Unternehmenschef Bernd Scheifele als 2010er Ziel den Aufstieg in den DAX aus und signalisierte damit großen Optimismus an Glauben an das eigene Unternehmen. Die Kursentwicklung gibt ihm nun recht.
Weitere Indexveränderungen
In den MDAX steigen zum 21. Juni 2010 der Kabelnetzbetreiber ‚Kabel Deutschland‘ und der Chemiekonzern ‚Brenntag‘ auf. Die beiden Titel ersetzen die Pfleiderer AG und die MLP AG im MDAX. Die beiden zuletzt genannten Titel und die Papiere des Modeherstellers ‚Tom Tailer‘ werden in den SDAX aufgenommen.
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Aktualisiert: 07/06/10
