Die Luftangriffe der Amerikaner, Engländer und Franzosen auf Libyen sowie die gestiegene Nachfrage aus Japan haben die Preise für Erdgas am Montagvormittag kräftig unterstützt. Zum einen fürchteten die Investoren, dass Libyens Diktator Gaddafi den Europäern als Reaktion auf die Luftangriffe den Gashahn zudreht. Über die so genannte Greenstream-Pipeline und mit Tankern für Flüssigerdgas (LNG) gelangten laut einer aktuellen Statistik der amerikanischen Energy Information Administration im Jahr 2009 insgesamt 9,88 Mrd Kubikmeter Erdgas aus Libyen auf den europäischen Markt. Davon floss das Gros über Greenstream nach Italien.
Zum anderen unterstützte die steigende Nachfrage aus Japan den Gaspreis. Am Wochenende kündigte Peter Voser, CEO von Royal Dutch Shell Plc, auf einer Konferenz in Peking eine Ausweitung der LNG-Lieferungen nach Japan an. Der Konzern wolle bis Mitte April zwei zusätzliche LNG-Tanker nach Japan schicken. Shell verhandelt derzeit laut Voser mit seinen japanischen Abnehmern und der Regierung ob weitere Lieferungen nach Japan umgeleitet werden können.
Bereits in der vergangenen Woche hatte die Nachfrage aus Japan zu höheren Erdgaspreisen geführt. Damals bat Japans Regierung Medienberichten zufolge den drittgrößten LNG-Hersteller Indonesien um eine Ausweitung der Gas- und Öllieferungen. Letzterer hat sich prinzipiell zur Bereitstellung von zusätzlich 59 Lieferungen mit je 120.000 Kubikmetern LNG bereiterklärt. Im vergangenen Jahr lieferte Indonesien rund 14 Mio t Erdgas nach Japan. Durch das Erdbeben vom 11. März sind rund ein Fünftel der japanischen Kapazitäten zur Energieerzeugung aus Atomkraft ausgefallen.
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Aktualisiert: André Saenger, 21/03/2011
