Fusion: Deutsche Börse vor Hürdenlauf

 

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Die Aktie der Deutschen Börse geht turbulenten Zeiten entgegen. Vor der geplanten Fusion mit der New York Stock Exchange (NYSE) Euronext steht für die Deutsche Börse noch ein Hürdenlauf an: Aufsichtsrat, Aktionäre und Regulierer müssen den Zusammenschluss absegnen. Dies dürfte Volatilität in den Kurs der Aktie bringen.

Hürde Nr. 1: Der Aufsichtsrat der Deutschen Börse soll von den Fusionsplänen erst aus der Presse erfahren haben. Der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat Johannes Witt sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Tag nach der Bekanntgabe der Pläne, es sei ein „Unding“, dass bereits über Führungsposten verhandelt werde, ohne dass der Aufsichtsrat zu der Fusion gehört wurde. Durch den bisherigen Alleingang des Managements könnten sich auch andere Aufsichtsratsmitglieder übergangen fühlen, was zukünftige Gespräche erschweren würde.

Hürde Nr. 2: Die Fusion soll über einen Aktientausch ablaufen. Danach würden die Aktionäre der Deutschen Börse 60% an dem neuen Unternehmen halten und die der NYSE Euronext den Rest. Ob diese Regelung von den US-Aktionären akzeptiert wird bleibt Analysten zufolge abzuwarten; nationale Sentimentalitäten seien bei Amerikanern verbreitet. Deshalb will die Deutsche Börse laut Medienberichten den US-Aktionären einen Aufschlag auf ihre Aktien zahlen.

Hürde Nr. 3: Durch den Zusammenschluss würde der größte Börsenkonzern der Welt entstehen. Zur NYSE Euronext gehören neben der New Yorker Börse auch die Aktienmärkte in Amsterdam, Brüssel, Lissabon und Paris. Die neue Superbörse soll laut Medienberichten in Europa einen Handelsumsatz von 5,6 Billionen US-Dollar pro Jahr ausweisen. Diese Marktmacht könnte die Wettbewerbshüter auf beiden Seiten des Atlantiks auf den Plan rufen.

Außerdem könnte in den USA Einspruch vom Committee on Foreign Investments erhoben werden. Das Komitee unter Führung des US-Finanzministers kontrolliert, ob die Übernahme amerikanischer durch ausländische Konzerne die Sicherheit der USA bedroht. Die 60:40-Aufteilung des neuen Finanzkonzerns könnte von dem Komitee durchaus als Übernahme gewertet werden.

Es stehen also turbulente Wochen für die Deutsche Börse und ihre Aktie an. Getragen von der ersten Euphorie legte das Wertpapier am Mittwoch im Parketthandel um 3,09 Euro zu. Im außerbörslichen Handel verbesserte sich die Aktie um weitere 1,38 Euro.

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Quelle: Handelsplattform PureDeal

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Aktualisiert: André Saenger, 10/02/11

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