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UPDATE 14.06.2010: Der Euro kann sich von seinen Tiefs lösen...

Der Euro setzte zu Mitte der letzten Woche zu einer umfangreichen Erholungsbewegung an und konnte sich deutlich von den bisherigen Tiefs erholen. Aktuell werden für einen Euro wieder über 1,22 US-Dollar gezahlt. Positiv wirken vorallem die problemlos verlaufenen Anleiheemissionen Spaniens und die freundlicheren Aktienmärkte. Die Aufwärtsbewegung der europäischen Gemeinschaftswährung wurde durch das Eindecken von Short-Positionen einiger Marktteilnehmer noch verstärkt. Neue Impulse werden am kommenden Donnerstag erwartet. Dann treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Eurozone und debatieren über die weitere Vorgehensweise in der europäischen Schuldenkrise. An den Märkten hofft man auf positive Signale, sollten diese ausbleiben droht ein neuer Rückschlag für den Euro.

Die Abwertung des Euro

Europas Währung stürzt derzeit ab: Für einen Euro gab es im April diesen Jahres noch 1,35 Dollar, jetzt unterschritt die europäische Gemeinschaftswährung die Schwelle von 1,20 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit vier Jahren – doch geht es dem Euro bzw. den Ländern und Unternehmen der Eurozone wirklich so schlecht? EUR-USD

Die momentane Euro-Schwäche trifft die europäischen Unternehmen uneinheitlich.Ein großer Profiteur ist die Luftfahrtbranche. Die Fluggesellschaft Emirates gab gestern den größten Auftrag in der Geschichte der Zivilluftfahrt bekannt. Emirates bestellt bei dem europäischen Flugzeugbauer Airbus weitere 32 Airbus A380 und stockt seine Flotte damit auf ingesamt 90 Airbus-Flagschiffe auf. Airbus erhält damit ein Auftrag im Volumen von 11,5 Milliarden Dollar, auf einen Schlag. Der Flugzeugbauer hat damit bereits 12 A380 mehr verkauft als für dieses Geschäftsjahr geplant. Allein des im 4. Quartal 2009 wiedererstarkten US-Dollar ist es geschuldet, dass sich der Wert des Airbus-Auftragsbestands um ca. 22 Millarden Euro erhöht hat. Ob diese ‚Währungsmilliarden‘ allerdings tatsächlich als Cash-Flow ins Unternehmen fließen hängt von der weiteren Euro/Dollar Entwicklung ab.

Welche Länder sehen einem schwachen Euro freundlich entgegen?

Besonders exportorientiere Länder partizipieren am schwachen Euro. Als immerhin Vize-Exportweltmeister profitiert Deutschland überproprotional stark . In Zahlen ausgedrückt liegt der Exportanteil der Bundesrepublik doppelt so hoch wie im Euro-Zonen-Durchschnitt. Für die Problemkinder der Eurozone hingegen, wie zum Beispiel Griechenland, Spanien oder Portugal, wirkt diese ‚Konjunkturspritze‘ allerdings nicht. Diese Länder verfügen über kaum nennenswerte Exportgüter und sind sehr auf die Binnenwirtschaft fokussiert.

Welche Branchen profitieren in Deutschland primär von einem schwachen Euro?

In Deutschland profitieren besonders Unternehmen aus dem Chemie –und Automobilbereich, denn da liegt der Exportanteil am Jahresumsatz besonders hoch. Konzerne wie Bayer, Mercedes oder Porsche können nun höhere Preise für ihre Waren verlangen, die Kasse klingelt. Im Tourismus hat sich das Blatt durch den schwachen Euro resp. starken Dollar gewendet. Nutzten im letzten Jahr noch die Touristen aus der Eurozone den schwachen Dollarkurs aus um günstig Urlaube in New York, Los Angeles oder Miami zu verbringen, so bekommen nun Reisefreudige aus Nicht-Euro-Ländern die Möglichkeit günstig den ‚alten Kontinent‘ zu besuchen. Darüber hinaus hält es viele hiesige Urlauber von Fernreisen ab, da diese deutlich teurer geworden sind.

Der Euro verliert, der DAX zeigt sich im internationalen Vergleich stark

Die gute Ausgangslage eines schwachen Euros für Deutschland gegenüber anderen Nationen aus der Eurozone zeigt sich besonders in der Entwicklung des DAX. Während Portugal, Italien, Spanien und Griechenland Abschläge zwischen 18% und 36% seit Jahresbeginn verkraften müssen, so zeigt sich der Dax mit lediglich einem Prozent Verlust deutlich resistenter. Der Euro Stoxx 50 der den Euroraum-Durchschnitt repräsentiert musste im gleichen Zeitraum 14% abgeben.

Performance

Die Schattenseiten eines schwachen Euro

Rohstoffe werden größtenteils in Dollar bezahlt. Produzierende Unternehmen mit einer hohen Energie –und Rohstoffnachfrage haben mit teilweise drastisch höheren Kosten zu kämpfen. Diese Mehrkosten werden primär an den Endverbraucher weitergegeben. Die Konsumenten müssen nun mehr Geld für ihre Produkte ausgeben, darunter leidet das Haushaltsbudget und dies geht wiederum stark zu Lasten des Konsums.

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Aktualisiert: 09/06/10

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